Wie 2016?

Wie 2016?

Nach den MTV-Damen haben sich auch die MTV-Herren beim Final Four in der Potsdamer MBS-Arena für das HVB-Landespokal-Finale qualifiziert. Sie bezwangen die Vertretung der HSG RSV Teltow-Ruhlsdorf in einem auf beiden Seiten konsequent, aber nicht überhart geführten Match mit 33:25 (16:10).

Natürlich war der Oberligist MTV gegenüber dem Brandenburgligisten Teltow-Ruhlsdorf favorisiert. Dass dies aber nicht unbedingt mit einem zwangsläufigen Sieg gleichzusetzen ist, musste der Grünheider SV (ebenfalls in der Oberliga Ostsee Spree aktiv) in der ersten Halbfinalbegegnung gegen die Zwote des Oranienburger HC schmerzhaft erfahren. Grünheide geriet erst wider erwarten in Rückstand und gleich darauf ein wenig außer Kontrolle. Nachdem sie sich gefasst hatten, holten die Mannen von der Löcknitz zwar auf, konnten aber den knappen 26:25 Sieg des nominellen Verbandsligisten Oranienburger HC II nicht mehr verhindern.

Die Schützlinge von MTV-Coach Tilo Leibrich waren also gewarnt – und fingen entsprechend nervös an. Der erste Treffer fiel erst in der fünften Spielminute, dafür aber, aus Sicht des MTV, wenigstens für den MTV. Es ging ruppig weiter. Aus einer anfänglichen 3:0 Führung konnten die Altlandsberger keinen Honig saugen. Die HSG kam wieder ran, übernahm in der 19. Minute mit 7:6 sogar selbst die Führung. Von einem Favoriten Altlandsberg war zu diesem Zeitpunkt bestenfalls wenig zu sehen gewesen.

Und hatte auf die Grün-Weißen vielleicht gerade deshalb den berühmt-berüchtigten „Hallo wach!“- Effekt. Der siebte Teltower Treffer sollte nämlich für die folgenden sechs Minuten der letzte der HSG-Herren bleiben, während der MTV diese Phase konsequent nutzte, um sich erstmals und, retrospektiv betrachtet, entscheidend auf 12:7 abzusetzen. Um diesen fünf-Tore-Abstand sollten alle Spielstände im Folgenden kreisen; mal leicht darunter (18:14 in der 36. Minute), mal deutlich drüber (30:20 in der 51. Minute). Am Ende brachten die Altlandsberger die Sache bequem und weitestgehend ungefährdet mit acht Toren Vorsprung in die Scheuer; wofür sie sich unter anderen bei all ihren Torhütern (Emmanuel Frimpong und Meik Rockel hielten sogar jeweils einen Sieben Meter) und einem an diesem Tag mal wieder glänzend aufgelegten Ridha Trabelsi (neun Treffer) bedanken können. Aber auch hier hat der Erfolg natürlich viele Väter. Ihre Namen sind dem Spielberichtsbogen zu entnehmen.

Bevor manche sich jedoch angesichts der Ligazugehörigkeit des sonntäglichen Finalgegners (Verbandsliga Nord) und der Tatsache, dass der sich etatmäßig mit der anderen Herrenmannschaft des MTV (2. Herren) auseinander zu setzen hat, zu übereilten Hoffnungsschüben auf einen vermeintlich sicheren Pokalerfolg verleiten lassen, sei daran erinnert, dass sich nicht nur Drittliga-Coach Christian Pahl den Spielberichtsbogen ziert, sondern mit Paul Otto, Dennis Schmöker, Hüsein Öksüz, Janis-Michael Bohle und Tobias Frank mindestens fünf seiner Drittliga-Spieler.

„Damit war zu rechnen“, winkt MTV-Chef André Witkowski ab. „Klänge ja auch zu sehr nach HC Hollywood, wenn sich hier tatsächlich ein reiner Verbandsligist ins HVB-Pokalfinale durchkämpft. Natürlich wird die Aufgabe dadurch für unseren Coach Tilo Leibrich und seine Schützlinge nicht einfacher – weil beim Handball nun mal viel mehr Tore fallen als beim Fußball, ist beim Handball der Unterschied von einer Liga zur nächsthöheren weit spielbestimmender als beim Fußball -, aber wenn´s einfach wäre, wäre es auch nicht das Finale. Wir sind jedenfalls stolz, dass wir, wie die HSG RSV Teltow-Ruhlsdorf, mit unseren Damen und Herren im Final Four stehen und, anders als die HSG RSV Teltow-Ruhlsdorf, mit beiden Teams das Finale bestreiten.“

Das letzte Mal, dass dies der Fall war, ist gerade mal gute zwei Jahre her. 2016 standen schon mal beide MTV-Teams im Finale des HVB-Landespokals. Damals durften sich am Ende beide Teams als Pokalsieger feiern. Vor die Wiederholung hat der Handballgott aber die aktuellen Finalspiele angesetzt. Das der Herren startet um 16:00 Uhr in der Potsdamer MBS Arena und der Fanbus des MTV startet auch für die Anhänger des Männerhandballs um 11:30 Uhr am Altlandsberger Markt.

MTV:

Philipp Pohl (Tor), Emmanuel Frimpong (Tor), Meik Rockel (Tor), Phillip Gohl 4, Dominique Henschel, Philip Höhna 7, Lukas Hopp 2, Stefan Kurth 2, Marco Leupert 1, Josip Perkovic, Florian Riegler 6, Arian Thümmler 2, Ridha Trabelsi 9, Christian Untermann.

Bisherigen Gewinner des HVB Landespokals:

1992: BFV/ESV Frankfurt (Oder)
1993: Finowfurter SV
1994: BSV Motor Wildau
1995: SSV PCK 90 Schwedt
1996: Finowfurter SV
1997: 1. VfL Potsdam
1998: 1. SV Eberswalde II
1999: SSV PCK 90 Schwedt
2000: SSV PCK 90 Schwedt
2001: TSG Lübben 65
2002: TSG Lübben 65
2003: Ludwigsfelder HC
2004: Ludwigsfelder HC
2005: SV 63 Brandenburg-West
2006: Oranienburger HC
2007: Oranienburger HC
2008: Oranienburger HC
2009: Ludwigsfelder HC
2010: Grünheider SV
2011: Ludwigsfelder HC
2012: MTV 1860 Altlandsberg
2013: 1. VfL Potsdam
2014: 1. VfL Potsdam
2015: HV Grün-Weiß Werder
2016: MTV 1860 Altlandsberg
2017: 1. VfL Potsdam II
2018: ?

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