Schöner Sieg! Lucy war der 15-Tore-Knaller

Schöner Sieg! Lucy war der 15-Tore-Knaller

So hatten sich alle MTV-Fans den sportlichen Start ins Handball-Jahr 2017 erhofft. Es war auch ein gelungener Punktspiel-Einstand von Trainer Andy Nötzel beim Altlandsberger Drittliga-Team.

Die MTV-Damen um Kapitän Sophie Lütke besiegten die HG Zirndorf mit 34:14 (19:6). „Das Ergebnis war sogar noch etwas besser, als das vom Hinspiel, als wir noch mit einer prominenteren Mannschaft gespielt haben“, sagte Andy Nötzel mit einem gewissen Stolz. Beim Bayern-Meister und Aufsteiger in Franken hatte im vergangenen Herbst das Ergebnis 34:15 gelautet…

Bravo! Denn noch nie war der MTV in der 3. Liga mit einer so jungen Start-Formation angetreten. Die erste Sieben des Sonnabends in der Erlengrund-Halle hatte ein Durchschnittsalter von 22,42 Jahren. Und als der erste Wechsel vorgenommen wurde – nach knapp 10 Minuten kam für Kreisläuferin Monique Günter der FHC-Neuzugang Bernadet Mudri – da sank der Schnitt sogar auf 21,57 Jahre. Darauf lässt sich eine Zukunft bauen.

Über die Stationen 3:2 (5. Minute), 9:2 (12.), 15:5 (24.) und 30:11 (48.) legten Altlandsbergs Damen den erhofft klaren Sieg hin. Vieles sah an diesem Tag vor 300 Zuschauern richtig gut aus. Die lange praktizierte 6:0-Abwehr mit der exzellenten Martyna Rupp im Zentrum funktionierte. In der ersten Halbzeit lieferte Torhüterin Jennifer Höft dahinter wieder mal eine Sahne-Partie ab. Und auch die in den zweiten 30 Minuten haltende Jenny Haß steigerte sich, hielt ein paar spektakuläre Bälle.

Den Vogel schoss an diesem Abend aber Lucyna Trzczak ab. Die 20-jährige Polin – auf Links- und Rechtsaußen sowie in der Schlussphase auf der Spielmacherposition aufgeboten – steuerte 15 Treffer zum Schlussresultat bei. „So viele Tore habe ich noch nie in einem Spiel geworfen“, strahlte die kleine Flügelflitzerin nach der Partie, merkte aber auch gleich an, „das wäre mir nicht gelungen, wenn unsere Deckung nicht so gut gestanden hätte, wenn unsere Torhüterinnen nicht so toll gehalten hätten oder wenn die Pässe für die Konter nicht so gut gekommen wären.“

Die verbesserte Präzision registrierte auch Andy Nötzel erfreut. Der Coach: „Mit der relativ geringen Zahl der technischen Fehler bin ich recht zufrieden, mit der zu hohen Fehlwurfquote dagegen nicht. Das Ergebnis hätte durchaus noch höher ausfallen können.“ Und das, obwohl Kapitän und Torjägerin Sophie Lütke ab der 40. Minute nach einer Fußverletzung nicht mehr mitmischen konnte. Und obwohl im letzten Spieldrittel personell sowie taktisch viel experimentiert wurde…

Was soll`s? Was sich auf dem Parkett abspielte, gefiel den Zuschauern. Darunter auch Prominenz, wie Werner Goldmann. Der Leichtathletik-Star-Trainer (betreute u. a. Kugel-Olympiasieger Ulf Timmermann und Diskus-Riese Robert Harting) kennt sich aus im Leistungssport. Sagte nach dem Spiel: „Das war sehr unterhaltsam. Und im MTV-Aufgebot gibt es ein paar richtig Gute.“

Das registrierte auch Werner Goldmanns ehemaligen Schützling Gernot Schmidt, früher Hammerwerfer, heute Landrat in Märkisch-Oderland. Er überreichte gemeinsam mit Uwe Schumacher, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse MOL, einen mit 1000 Euro dotierten Integrationspreis. In den vergangenen Jahren gehörten ja immer wieder ausländische Spielerinnen und Spieler zu den MTV-Teams. Wurden ins sportliche, berufliche und private Geschehen in und um Altlandsberg eingebunden. Momentan ist es das polnische Trio Martyna Rupp, Lucyna Trzczak und deren Freund Bartosz Wojdak, Torjäger der 1. Männer-Mannschaft.

Bleibt noch die Frage zu beantworten: Wie schlugen sich die 18-jährigen Zugänge vom Frankfurter HC? Tülay Bayram konnte leider nicht mitmachen. Sie hat ein paar Rückenprobleme, die abgeklärt und dann behandelt werden müssen. Bernadet Mudri und Luisa Ludewig, gingen engagiert an ihre Aufgaben. In der Abwehr klappte das schon recht gut. Im Angriff gibt es naturgemäß noch viel Luft nach oben.

„Aber das wird bei ihnen“, ist sich Melanie Wüstner sicher. „Wir anderen Jungen brauchten auch unsere Zeit, ehe es rund lief.“ Die erfahrene und im Spielverlauf dann gewohnt aufdrehende Mandy Gramattke war erst am Tag zuvor von einem verdienten Gran-Canaria-Urlaub zurückgekommen. Sie hatte deshalb etwas Trainingsausfall. Darum und wegen guter Trainingsleistungen durfte die 17-jährige Flügelflitzerin „Melli“ erstmals in einem Punktspiel in der Anfangsformation ran. Und das Top-Talent, das gerade einen tollen dualen Studienplatz bei der Biotronik KG in Berlin bekam, nutzte ihre Chance. Sie warf vier Tore und machte ihr bisher bestes Spiel im MTV-Drittliga-Team.

Melli nach der Partie: „Ich fühlte mich super, habe seit einer Woche einen richtigen Lauf.“ Schon bei einem Testspiel am Mittwoch gelangen dem Altlandsberger Eigengewächs neun Tore. „Aber ich habe mich auch über die guten Leistungen der anderen gefreut“, so Melanie. „Zum Beispiel über Anne-Christine Miniers. Sie war ja manchmal etwas nervös. Aber inzwischen zeigt sie immer besser, was in ihr steckt.“ Diesmal leistete die Ex-Köpenickerin eine top Abwehrarbeit und erzielte vier Treffer.

Bei allem Trubel, Zirndorf ist abgehakt. Am kommenden Sonntag geht`s nach Bad Salzuflen. Das wird garantiert schwieriger. Unlösbar scheint die Sache allerdings nicht…

MTV mit: Jennifer Höft, Jenny Haß; Anne-Christine Miniers 4, Sophie Lütke 3, Martyna Rupp 4, Melanie Wüstner 4, Monique Günther, Lucyna Trzczak 15/5; Bernadet Mudri, Mandy Gramattke 4, Luisa Ludewig.

Bild oben: Bei der Übergabe des Integrationspreises für den MTV. Danach drehten Lucyna und Martyna mächtig auf. Vorher hatte Bartosz bereits mit den Männern klar gegen Brandenburg-West gewonnen. Foto: Jürgen Sellert

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