Kampf as Kampf can

Kampf as Kampf can

Am kommenden Samstag (Anwurf 19:30 Uhr) erwarten die nach wie vor vom Verletzungspech geplagten Drittligadamen des MTV 1860 Altlandsberg das nominelle Schwergewicht der 3. Liga Nord: die Zweitligaabsteigerinnen des TV Hannover-Badenstedt, die in der aktuellen Spielzeit wohl nicht zufällig unter dem Kampfnamen JUNGE WILDE firmieren.

Zuerst das Positive (aus Altlandsberger Sicht): Den „Randberlinerinnen“ ist gelungen, woran die „Vorort-Hannoveranerinnen“ gescheitert sind: der Klassenerhalt. Nach sieben Siegen, drei Unentschieden und achtzehn Niederlagen, 731:812 Toren und 17:39 Punkten mussten die HSG-Damen die Zweite Bundesliga verlassen. Beim MTV weiß man wie sich das anfühlt.

In Hannover scheint mal wild entschlossen, die Erinnerung an 2017/18 tilgen zu wollen. Die Sportgemeinschaft mit dem Badenstedter SC wurde zum 1. Juli 2018 aufgelöst. Wer weiter Handball spielen wollte, musste zum TV Hannover-Badenstedt wechseln. Zum neuen Namen gab es auch gleich ein neues Logo. Haben wir den neuen Hauptsponsor schon erwähnt? Die neue Liga gab es sozusagen umsonst und ungewollt dazu.

Und einen neuen Trainer, nicht zu vergessen. Einen, der den MTV und die Erlengrundhalle wohl besser kennt, als alle seiner Spielerinnen zusammen: Christian Hungerecker. Der Coach, seit 2017 sogar mit Diplom, trainierte den TSV Owschlag in jenen Tagen, als die MTV-Damen noch regelmäßig als Siegerinnen von der Platte gingen. Hungerecker musste 2011 schon vom hohen Norden in den tiefen Süden, zur SG BBM Bietigheim, und in die 2. Bundesliga wechseln, um endlich einen Sieg gegen den MTV feiern zu können. Dafür war´s ein gepfefferter. Seit dem 1. Juli 2018, und nach fünf Jahren als niedersächsischer Landestrainer, steht er nun den JUNGEN WILDEN vor.

Aber sonst, so steht es auf der Badenstedter Homepage zu lesen, habe sich gar nicht viel verändert. An der Leine scheint man das Understatement zu schätzen. Denn vier Abgängen stehen auch in der Mannschaft sechs Neuzugänge gegenüber, beeindruckende vier davon (Heitefuß, Kusian, Lakenmacher und Lucas) aus der eigenen Jugend. Und zumindest Mia Lakenmacher steht mit 12 Treffern nach drei Partien den etatmäßigen Goalgetterinnen der JUNGEN WILDEN, Saskia Rast (12), Lena Seehausen (11) und Jana Pollmer (18), kaum nach.

Gleich zu Saisonbeginn fegte man in Hannover die drittplatzierten der vergangenen Saison, die HSG Jörl Doppeleiche Viöl, mit 33:24 aus der Halle. Und die Eintracht Hildesheim wurde vergangene Woche mit 32:22 nach Hause geschickt. Einziger Wermutstropfen: die 29:30 Niederlage beim Frankfurter HC, dank eines Geistesblitzes von Kathleen Müller, der auf Jahre hinaus die absolute Definition eines „Last-Second-Tores“ markieren dürfte.

„Nachdem wir also die Favoritenfrage am kommenden Samstag geklärt hätten“, schmunzelt Altlandsbergs Coach Sebastian Grenz, „haben meine Spielerinnen alle Ruhe, sich auf sich selbst, auf ihr Spiel und auf ihre Chancen zu konzentrieren.“ Die eigene Chance gegen die JUNGEN WILDEN zu suchen, zu finden und beim Schopf zu greifen, wird gegen ein solch gut ausgebildetes und überaus motiviertes junges Team wie es die Badenstädterinnen sind, vor allem eine Frage des Charakters sein. Denn das Verletzungspech klebt nach wie vor an den Altlandsbergerinnen.

„Aber“, so der MTV-Übungsleiter, „Bange machen gilt nicht. Schon gar nicht in unserer eigenen Halle, vor unseren eigenen Sponsoren und vor unseren eigenen Fans. Wie immer die Sache aus ausgehen werden mag, wir werden von der ersten bis zur letzten Sekunde um jedes Tor, um jeden Ball kämpfen. Kampfgeist ist unser Mittel der Wahl gegen unsere durch und durch offensiv eingestellten Gegnerinnen. Wir müssen und werden diesen Kampf annehmen.“

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