Geht doch!

Geht doch!

Die Oberligaherren des MTV 1860 Altlandsberg besiegen erstmals seit einer gefühlten Ewigkeit die Vertretung des Ludwigsfelder HC deutlich mit 28:18 (12:10) und auch deshalb in dieser Höhe verdient, weil sie noch höher hätten gewinnen können oder, wie manche sagen, müssen.

Dass sich Altlandsbergs Herren etwas vorgenommen hatten, merkten die Fans beider Lager in der Erlengrundhalle gleich von Beginn an. Die Partie war gerade sieben Minuten alt, da lagen die Gastgeber bereits 5:0 in Front. Natürlich sind die Ludwigsfelder eine zu gut aufeinander eingespielte Truppe, als dass es so hätte weiter gehen können, aber das erste Ausrufezeichen war gesetzt.

Für das zweite Ausrufezeichen aber zeichneten die Gäste verantwortlich. Sie überwanden den Auftaktschock, schüttelten und rüttelten sich und machten sich an die Aufholjagd. Das so erfolgreich, dass die Uhren in der 21. Minute praktisch wieder auf Anfang gestellt wurden. Der LHC glich, sehr zum Ärger des Altlandsberger Übungsleiters, zum 8:8 aus. Der Ärger war berechtigt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten seine Schützlinge nämlich sieben 150-prozentige vergeigt. Es sollten nicht die letzten bleiben.

Die Schützlinge von LHC-Trainerin Nicole Klante hatten jetzt ihre beste Phase, konnten aber nicht verhindern, dass die MTV-Herren mit Glück und Spucke einen Zwei-Tore-Vorsprung in die Pause mitnehmen konnten. Und auch aller Ludwigsfelder Sturm und Drang in den ersten fünf Minuten des zweiten Durchgangs brachte nicht mehr als den Anschlusstreffer zum 12:13. Ab da übernahmen aber Grün-Weißen wieder das Kommando.

Nicht erst als der MTV in der 54. Minute durch einen Treffer von Neuzugang Lukas Hopp den ersten Zehn-Tore-Vorsprung in dieser Partie markierte (24:14), stand fest, dass das nicht der Abend der Ludwigsfelder werden würde, dass der MTV endlich, endlich seinen Angstgegner auf die Plätze verweisen würde. Nur noch kurz bäumten sich die Ludwigsfelder auf, organisierten eine offene Manndeckung, nahmen Altlandsberg noch einmal drei Tore ab, mussten sich am Ende aber mit dem Zehn-Tore-Rückstand wohl oder übel wieder anfreunden.

Angesichts eines niemals wirklich gefährdeten 28:18 Erfolgs gegen einen Gegner, an dem man sich zuvor fast schon gewohnheitsmäßig die Zähne ausgebissen hatte, kann eigentlich keiner meckern. Weshalb auch MTV-Coach Tilo Leibrich nach Abpfiff einigermaßen zufrieden wirkte: „Die Abwehr ist dank Philip Höhna deutlich stabilisiert. Emmanuel Frimpong im Tor hat herausragend gehalten. Wir sind wieder auf dem richtigen Weg. Phasenweise waren wir sogar richtig gut.“ Aber, so der Coach, „die Chancenverwertung ist noch ausbaufähig“. Gut, dass es am nächsten Samstag in der Erle gegen Spandau, „die Wundertüte der Liga“ (Tilo Leibrich) gleich weiter geht. Da können die Jungs wieder üben.

MTV:

Emmanuel Frimpong (Tor), Meik Rockel (Tor), Phillip Gohl 4/1, Dominique Henschel 1, Philip Höhna 5, Lukas Hopp 3, Marco Leupert 2/2, Josip Perkovic, Fabian Plaul 4, Toni Schäl, Arian Thümmler 3, Ridha Trabelsi 4, Christian Untermann, Dominic Witkowski 2.

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