Vom Feinsten

Vom Feinsten

Die Oberligaherren des MTV1860 Altlandsberg behalten in einer extrem spannenden, in ihrer Schlussphase sogar regelrecht spektakulären Partie gegen den HV Grün-Weiß Werder mit 26:24 (15:13) die Oberhand und beide Punkte.

Zu einem wirklich guten Spiel gehören, zumindest beim Handball, immer zwei. Deshalb gehört das erste Lob dieses Artikels den Gästen aus der Blütenstadt. Mit ihren phänomenalen 32:22 Erfolg gegen den letztjährigen Oberligameister LHC Cottbus im Rücken, sind die Schützlinge von Coach Silvio Krause natürlich nur mit einem Ziel nach Altlandsberg gereist: die Erlengrundhalle als Sieger zu verlassen. Und genau so sind die von Anfang an aufgetreten. Angeführt von Tobias Frank mit seinem zu gleichen Teilen kraftvollen wie temporeichen Antritt, tauchten sie immer wieder höchst gefährlich und meist auch erfolgreich vor der Altlandsberger Abwehr auf. Zu keinem einzigen Zeitpunkt der 60 Spielminuten konnten sich die Gastgeber sicher sein, diese Partie tatsächlich gewonnen zu haben. In jeder Sekunde herrschte auf der Platte Hochspannung.

Wenn man deshalb etwas an der Altlandsberger Spielgestaltung kritisieren wollte, dann dass die Hausherren es trotz mehrerer Gelegenheiten immer wieder versäumt haben, den sprichwörtlichen Sack deutlich früher zu zu machen. Etwa nach der 32. Minute, als sich die MTV-Herren einen vier-Tore-Vorsprung erarbeitet hatten (18:14) oder zehn Minuten später beim Stand von 21:17. Dazu gehören aber wie gesagt zwei und die Werderaner, immerhin sozusagen die aktuellen Drittligaabsteiger der laufenden Oberligasaison, dachten gar nicht daran, sich den Schneid abkaufen zu lassen. Im Gegenteil. Ausgerechnet nach der oben erwähnten 42. Minute hatten die Gäste ihre stärkste Phase, die den MTV in ernsthafte Bedrängnis und sie selbst 32 Sekunden vor dem Abpfiff bis zum 24:25 Anschlusstreffer brachte.

Tatsächlich war es das zehnte Mal in der Partie, dass sich Werder den Anschlusstreffer erkämpfte. Aber sieht man einmal vom 1:1, 2:2 und 3:3 in der Anfangsphase der Begegnung ab, gelang ihnen kein einziges Mal mehr der Ausgleich, geschweige denn eine eigene Führung. Deshalb gebührt das zweite, große Lob dieses Artikels den Schützlingen von MTV-Coach Tilo Leibrich. Alles leicht fahrige, unkonzentrierte der deshalb vollkommen unnötiger Weise verloren gegangenen Partie gegen den Ludwigsfelder HC in der vergangenen Woche gehörte der Vergangenheit an. Alle Mann lieferten eine herausragende Leistung ab. Wobei es dem Altlandsberger Übungsleiter wichtig ist, vor allem seine Youngster wie Florian Riegler und Ridha Trabelsi sowie Torhüter Emmanuel Frimpong zu loben: „Es waren die 19 und 20-jährigen, die heute geliefert haben und gemeinsam mit Dominic Witkowski die Grundlage für unseren heutigen Erfolg gelegt haben.“

Das Kabinettstückchen des Sonntagnachmittags gelang allerdings „Routinier“ Arian Thümmler. Tempogegenstoß Werder. Nicht nur mit Macht vorgetragen, sondern auch noch in Richtung auf das ungehütete Altlandsberger Tor. Thümmler nimmt die Verfolgung auf, holt den Werderaner Angreifer tatsächlich ein und wehrt auch noch den Torwurf ab ohne sich ein Foul zu leisten, was ihm mindestens eine Zwei-Minuten-Strafe eingebracht hätte. Begeisterter Applaus von den Mannschaftskameraden auf der Platte, Standing Ovations von den Fans auf der Tribüne.

Beifall, der letztlich allen Akteuren auf der Platte galt; die beiden Unparteiischen mit eingeschlossen, die sich stets zurücknahmen wenn der Ball lief und immer dann Präsenz zeigten, wenn die Dinge auf dem Feld hitzig zu werden drohten. Alles in allem ein begeisterndes, buchstäblich bis zur letzten Sekunde spannendes Spiel (der Altlandsberger 26:24 Siegtreffer durch Marco Leupert fiel neun Sekunden vor Schluss), das nichts weniger war als Werbung für diesen faszinierenden Sport – und aus Altlandsberger Sicht auch noch den richtigen Sieger auswies. Was will das MTV-Herz mehr?

MTV:

Emmanuel Frimpong (Tor), Philipp Pohl (Tor), Nico Cornelius 1, Friedrich Hanschel, Stefan Kurth, Marco Leupert 2, Josip Perkovic, Fabian Plaul 2, Florian Riegler 5, Arian Thümmler 3, Ridha Trabelsi 5, Christian Untermann, Dominic Witkowski 8/4.

 

Foto: Edgar Nemschok

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