Sieg mit Luft nach oben

Sieg mit Luft nach oben

Pflichtsieg im Pflichtspiel. Die Oberligaherren des MTV 1860 Altlandsberg schlagen die Vertretung des Bad Doberaner SV mit 27:23 (12:10) und verteidigen damit ihren Tabellenplatz vor den Insulanern aus Usedom.

Wer nach der Partie mit dem Trainer der MTV-Herren sprach, warf sicherheitshalber einen Blick auf die Aushilfsanzeigetafel, die derzeit in der Altlandsberger Erlengrundhalle ihren Dienst tut. Tilo Leibrichs Siegesfreude hielt sich nämlich in, sagen wir mal, deutlich überschaubaren Grenzen: “Ich hatte eigentlich gedacht, dass wir im Prozess unserer Professionalisierung deutlich weiter seien”, sagte er. Oder: “Wer, wie wir, sicher auf Platz eins bis drei spielen will, darf hier nicht mit 70% Einsatz auftreten.” Und: “Es kann nicht sein, dass wir immer wieder drei, vier Tore vorlegen und dann den Gegner, anstatt den Sack zuzumachen, wieder gefährlich ran kommen lassen.”

Sieht man einmal vom Endergebnis ab, kann man den Unmut des Übungsleiters selbst dann nachvollziehen, wenn man ihn nicht derart rigoros teilt. Zwischen dem achten und dem neunten Altlansberger Treffer lagen beispielsweise acht Minuten, in denen vor allem die Gäste auf sich aufmerksam machten. Zwischen dem neunten und zehnten MTV-Tor das selbe Bild. Der Zwischenstand wandelte sich im selben Zeitraum von einer Altlandsberger 8:5 Führung zum Glück nur in ein 10:10. Und wenn sich die Altlandsberger bei einem dafür bedanken können, dann ist das Torhüter Emmanuel Frimpong, der in dieser Phase beinahe als einziger auf der Höhe seiner Fähigkeiten agierte.

Die zweite Hälfte lief auch nicht viel anders. In der 46. Minute kam Bad Doberan nicht nur zum Ausgleichstreffer, sondern ging zum ersten, allerdings auch zum einzigen Mal in der Partie, mit 20:19 selbst in Führung. Der MTV-Vorsitzende André Witkowski hatte dennoch einen deutlich versöhnlicheren Blick auf die Geschehnisse auf der Platte: “Gegen Bad Doberan sind es immer schwierige Veranstaltungen. Ihre Spielweise scheint uns einfach nicht zu liegen. Und man darf nicht vergessen, dass wir im Hinspiel dank sieben von elf verworfenen Sieben-Metern verloren haben. Heute haben wir gewonnen. Und in zwei Wochen ist das das einzige was man von dieser Begegnung noch in Erinnerung haben wird.”

Der Sieg immerhin war wichtig weil notwendig. Denn der HSV Insel Usedom, punktgleich mit dem MTV einen Rang hinter dem MTV liegend, hat den VfL Tegel erwartungsgemäß und erwartungsgemäß hoch mit 39:28 bezwungen. MTV-Coach Tilo Leibrich und seine Schützlinge haben nun zwei Wochen Zeit, sich wieder auf Betriebstemperatur zu bringen. Denn der nächste Spieltag in 14 Tagen könnte im Kampf um Platz 3 in der Oberligatabelle vorentscheidenden Charakter bekommen. Usedom erwartet die Spitzenreiter Füchse II und der MTV muss zum noch amtierenden Meister Lausitzer HC Cottbus.

MTV:

Philipp Pohl (Tor), Emmanuel Frimpong (Tor), Nico Cornelius 6, Stefan Kurth, Marco Leupert 1, Josip Perkovic 1, Fabian Plaul, Florian Riegler 1, Toni Schäl 4, Arian Thümmler 1, Ridha Trabelsi 1, Christian Untermann, Stephan Untermann 2, Dominic Witkowski 10/4.

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