Mit Sahnehäubchen

Mit Sahnehäubchen

Die Oberligaherren des MTV 1860 Altlandsberg schlagen die Vertretung der SG Uni Greifswald / Loitz zum Jahresabschluss auch in dieser Höhe und Deutlichkeit vollkommen verdient mit 27:15 (10:8) und verabschieden sich mit einem Zuckerspiel von ihren Fans in die Weihnachts- und Winterpause.

Wirklich spannend machten es die MTV-Herren eigentlich nur im ersten Durchgang. Und es darf getrost bezweifelt werden, ob sie das so ganz freiwillig oder gar mit Absicht taten. Denn immer wieder Bälle derart knapp am Tor vorbei zu legen oder gekonnt gegen Pfosten und Latte zu schleudern, das bekommt man eigentlich nur hin, wenn man es nicht will. Oder anders ausgedrückt: So mancher Ball wäre leichter im gegnerischen Kasten unterzubringen gewesen, als daneben.

Übt ihr nur”, schien der Altlandsberger Torsteher, Philip Pohl, seinen Vorderleuten zu signalisieren, “ich regle das hier inzwischen”. Und wie er das tat. Sowieso einer der besten Torhüter der Liga und darüber hinaus, lieferte Philip Pohl an diesem letzten Spieltag des Jahres nochmals eine Kostprobe seines außergewöhnlichen Könnens ab. Ob aus der zweiten Reihe oder direkt vom Kreis geworfen, ob mit Macht oder mit Effet auf die Reise geschickt, ob Sieben-Meter- oder Freiwurf, Pohl hielt einen eigentlich unmöglichen Ball nach dem anderen, die möglichen sowieso und brachte damit die durchaus versierten Werfer der SG an den Rand der Verzweiflung und vielleicht sogar ein wenig darüber hinaus. Und weil er in der zweiten Hälfte so weiter machte wie er in der ersten begonnen hatte, war es Philip Pohl, der den Grundstein für diesen Erfolg legte und sich selbst eines der schönsten vorzeitigen Geburtstagsgeschenke bereitete. Auch von dieser Stelle nochmals herzlichen Glückwunsch – zum Spiel und zum darauf folgenden Ehrentag.

Wobei das Team der SG Uni Greifswald / Loitz, gespickt mit erfahrenen ehemaligen Drittligaspielern, die ersten 30 Minuten noch am besten in Erinnerung behalten wird. Sie gingen zwar nur ein einziges Mal in Führung (und das war das 1:0 ganz am Anfang), aber sie blieben die ganzen 30 Minuten über auf Schlagdistanz, konnten immer wieder den Anschlusstreffer markieren und lagen meist nur zwei Tore hinter den Gastgebern. Bis zur 30 Minute war das eine durchaus spannende Angelegenheit – die Seiten wurden beim Stand von 10:8 für den MTV gewechselt – mit Versprechen auf ein offenes Ende in den zweiten 30 Minuten.

Dem war aber nicht so, selbst wenn es kaum jemanden in den Reihen der Altlndsberger Anhängerschaft geben dürfte, der das den MTV-Herren übel nehmen wird. Nach 40 Minuten stand es jedenfalls 15:10, nach 50 Minuten 20:13 und nah der sechzigsten eben 27:15. Ein Spielverlauf, dem sich beim besten Willen keinerlei Dramatik andichten lässt. Dafür aber eine einzige Folge Altlandsberger Glücksgefühle entfachte – auf dem Feld, wie auf den Tribünen daneben. Hauptverantwortlich dafür waren Dominic Witkowski mit neun Treffern (davon alle vier Sieben-Meter) und einmal mehr Nico Cornelius mit acht Toren und seinem unwiderstehlichen Antritt. Dabei ist es durchaus erwähnenswert, dass die Greifswalder vielleicht frustrierter, aber ganz bestimmt nicht schlechter geworden waren. Es waren die MTV-Herren, die im zweiten Durchgang zwei, drei Schippen hatten zulegen können. Letztlich eine äußerst beeindruckende Mannschaftsleistung, zu der auch die beiden “Neuen”, Kai Herrmann und Carlo Czarnecki einen, beziehungsweise zwei Treffer beisteuerten.

Das war wichtig”, atmete MTV-Coach Tilo Leibrich nach Abpfiff krftig durch. “Nach den zu vielen knappen und meist selbstverschuldeten Niederlagen ist ein solch souveräner Sieg Balsam für die Seele und unsere Tabellensituation. Wir haben uns in der Pause alle in die Hand geschworen, uns nicht mit einem Wackelspiel von unseren Fans verabschieden zu werden. Dass es dann eine solche Gala wurde, ist natürlich umso schöner und ein Versprechen für die Rückrunde im nächsten Jahr.”

MTV:

Philip Pohl (Tor), Emmanuel Frimpong (Tor), Nico Cornelius 8, Carlo Czarnecki 2, Friedrich Hanschel, Kai Herrmann 1, Stefan Kurth, Marco Leupert 1, Josip Perkovic, Florian Riegler 4, Arian Thümmler, Ridha Trabelsi 2, Stephan Untermann, Dominic Witkowski 9/4.

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