Das große Rechnen

Das große Rechnen

Das große Rechnen

Am kommenden Samstag (Anwurf: 19:30 Uhr) steht für die Drittligadamen des MTV 1860 Altlandsberg das nächste – und vorletzte! – Spiel ums Überleben in der 3. Liga auf dem Programm. Noch ist es nicht ausgeschlossen, der Relegation zu entgehen. Selbst zu gewinnen ist dafür zwar Grundvoraussetzung, reicht allein aber nicht aus. Drei weitere Teams müssen zunächst mindestens auch noch mittun: der TSV Wattenbek, der SV Grün-Weiß Schwerin und der samstägliche Gegner TV Oyten.

Immerhin das minimalste aller Minimalsaisonziele haben die Schützlinge von MTV-Coach Sebastian Grenz erreicht: Sollte es eine Relegation aller zehntplatzierten Mannschaften um den Klassenerhalt geben, sind die Altlandsbergerinnen dabei. Dank des knappen Sieges (17:16) gegen Travemünde steht wenigstens das fest. Alles Weitere steht in den Sternen.

Fangen wir mit dem Offensichtlichen an“, versucht es Sebastian Grenz staubtrocken: „Wir müssen gegen Oyten gewinnen. Ganz gleich wie. Ganz gleich wie hoch. Ja, sie stehen auf dem siebten Tabellenplatz. Aber das ist jenseits von Gut und Böse. Die letztjährigen Meisterinnen haben weder mit dem Auf- noch mit dem Abstieg etwas zu tun. Und das Hinspiel im November letzten Jahres gegen Oyten war eines unserer klar besseren. 50 Sekunden vor Schluss lagen wir noch mit 26:24 vorne, um uns dann leichtfertig den Sieg noch rauben zu lassen. Aber auch der eine Punkt fürs Unentschieden war einer, mit dem in dieser Saison niemand gerechnet hatte. Zu Hause wollen wir dafür jetzt aber zwei.“

Die werden die Altlandsbergerinnen auch brauchen. Denn die Tabelle hat sich kurz vor dem Zielstrich im unteren Drittel nochmals verdichtet. War bisher der TSV Wattenbek der MTV-Konkurrent Nr. 1 um den rettenden neunten Tabellenplatz, so hat sich nun unversehens der SV Grün-Weiß Schwerin dazu gesellt. Schwerin und Wattenbek haben beide 14:26, der MTV direkt dahinter 12:28 Punkte. Schwerin und Wattenbek spielen am Wochenende, viel dramatischer geht es nicht, gegeneinander. Und das auch noch erst am Sonntag, werden also das Altlandsberger Ergebnis kennen.

Verlieren die Altlandsbergerinnen gegen Oyten, reicht Wattenbek und Schwerin ein Unentschieden, damit beide in der Schlusswoche den Klassenerhalt feiern können. Verlieren Schwerin und Oyten, zieht der MTV mit Schwerin zwar an Punkten gleich, bleibt aber hinter den Schwerinerinnen, weil die den direkten Vergleich mit zwei deutlichen Siegen (34:25 und 30:22) für sich entschieden haben. Verliert aber Wattenbek, so zieht Altlandsberg an den Aufsteigerinnen wieder vorbei auf den neunten Tabellenplatz, denn zwischen diesen beiden geht der direkte Vergleich an den MTV (30:28 und 29:29).

Aber selbst dann wäre aus Sicht der Altlandsberger Equipe noch nichts in trockenen Tüchern. Denn während der MTV sein letztes und wahrscheinlich alles entscheidende Saisonspiel im hohen Norden gegen die aktuellen Tabellendritten der HSG Jörl Doppeleiche Viöl bestreiten muss, haben Schwerin und Wattenbek das klar einfachere Restprogramm. Schwerin muss am letzten Spieltag zum FHC und Wattenbek empfängt zu Hause den Absteiger VfL Stade. Dazu mehr wenn es soweit ist.

Im Hinblick auf die am Samstag anstehende Partie kann man sich jedoch dem Stoßseufzer von MTV-Teamchef Wolfram Eschenbach vollen Herzens anschließen: „Wenn ich in dieser Saison jemanden beneide, dann all die Teams, die sich in aller Ruhe auf ihre letzten Spiele konzentrieren können und sich mit dieser ganzen verfluchten Rechnerei so rein gar nicht belasten müssen.“

Foto: Edgar Nemschok

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